Argiope bruennichi (Scopoli, 1772)

Wespenspinne

In vielen Gegenden Deutschlands ist Argiope bruennichi, die Wespenspinne, recht häufig anzutreffen. Bei uns im Sauerland ist sie (noch) eher selten. Aber eine der interessantesten Spinnen ist sie auf jeden Fall. Mit einer Körperlänge von 14-17 mm (Weibchen) und 4-6mm (Männchen) kann man die Geschlechter schon von weitem unterscheiden. Zudem ist das Weibchen durch die kontrastreiche wespenartige Zeichnung unverwechselbar. Das Netz wird meist in Bodennähe angelegt, kann aber gelegentlich auch höher in der Vegetation gefunden werden. Auffällig ist das sogenannte Stabiliment, das sich in der Netzmitte befindet. Wirklich gesichert ist nicht, wofür diese Webstruktur inmitten des Netzes eigentlich dient. Augenscheinlich wird aber der Körperumriss der Spinne für Beutetiere zumindest schwerer erkennbar. In der Diskussion stehen ausserdem das Anlocken von Beutetieren, Einlagerung von Proteinen und evtl. sogar das Speichern von Trinkwasser. Heuschrecken gehören zur bevorzugten Beute. Man sucht daher die Netze vorzugsweise in Knöchelhöhe, wo sich diese Beutetiere gern aufhalten. Argiope ist eine echte Gattenmörderin. Wenn sich das Männchen nach der Kopulation nicht schnell aus dem Staub macht, wird es zur Proteinspritze für seine eigenen Kinder. Dummerweise erliegen die Männchen meist ihrer eigenen Vermehrungswut und stürzen sich kopfüber ein zweites Mal ins Vergnügen und somit ins sichere Verderben. Die Jungtiere bilden nach dem Schlupf eine Spinnenwolke wie auch die Gartenkreuzspinnen. Auch sie bleiben nur eine Weile zusammen, um sich dann mittels Flugfaden auf den Weg ins Leben zu machen.