Misumena vatia (Clerck, 1757)

Veränderliche Krabbenspinne

Die Veränderliche Krabbenspinne ist sicherlich eine unserer interessantesten Spinnen. Misumena vatia ist in der Lage, in gewissen Grenzen ihre Körperfarbe aktiv dem Untergrund anzupassen.  Allerdings gelingt dieses Kunststück nur den etwa 7-10 mm groß werdenden erwachsenen Weibchen, Jungtiere und Männchen sind dazu nicht fähig. Diese Spinnen findet man relativ häufig, beliebte Standorte sind aus meiner Erfahrung Himbeer- und Brombeerbüsche, Ginster, Margeriten, Disteln, auch auf den unteren Zweigen von Laubbäumen kommt sie vor. Blütenpflanzen werden von ihr bevorzugt, weil sich dort stets gut Beute machen lässt. Durch ihre sehr gute Tarnung fällt dieses Tier allerdings sicher oft nicht ins Auge und wird übersehen. Die Männchen sind erheblich kleiner und sehen deutlich anders aus. Sie werden lediglich drei bis fünf Millimeter groß. Als Lauerjäger wartet diese Krabbenspinne beharrlich auf ihrem Standort auf Beute und pirscht sich dann langsam mit leicht ruckartigen Bewegungen an ihr Opfer heran. Sie erbeutet regelmäßig ausgesprochen wehrhafte Tiere wie unter anderem Bienen und Wespen, aber auch Fliegen und viele andere Insekten mehr. Man kann beobachten, dass sie diese häufig von oben in den Nacken beisst, womit sie so aus der Gefahrenzone ist und nicht Gefahr läuft, selbst zum Opfer zu werden. Die Paarung läuft friedlich ab, das Weibchen verharrt ruhig, während das winzige Männchen auf ihrem Rücken herum spaziert. Die GIF-Animation zeigt, wie sich die Augen dieser Spinne in Blickrichtung bewegen. Wir Menschen benutzen Augenmuskeln, um mit Hilfe einer in der Brennweite veränderbaren Linse unterschiedliche Abstände scharf zu stellen, Krabbenspinnen bewegen dagegen ihre Netzhaut zu diesem Zweck.